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Infos und Hintergründe zu aktueller PC-Technik

CSL-Computer: Blog - Infos und Hintergründe zu aktueller PC-Technik

Radeon R9 Fury X: Die schnellste Single-GPU Grafikkarte von AMD

 

Die Radeon R9 Fury X ist das neue Flaggschiff unter AMDs Grafikkarten. Bei der Namensgebung hat man sich offensichtlich an alte ATI-Zeiten vor der Übernahme durch AMD erinnert, in der die Spitzenmodelle den Zusatz Fury trugen. Damit sollte klar sein wohin die Reise geht: High-End-Power, die ganz klar auf hochauflösendes Ultra HD 4K-Gaming und Virtual Reality-Anwendungen abzielt!AMD_Fiji_20150616185232-pcgh

Sie trumpft mit einer verbesserten Energieeffizienz der GCN 1.2-Architektur auf, passt dank Freesync die Bildwiederholungsrate des Monitors der Grafikausgabe an und ist mit ihrer Unterstützung von VR-Brillen durch LiquidVR zudem zukunftssicher für 3D-Software.

Als Anschlüsse bietet die Karte drei Displayports 1.2 sowie einen HDMI 1.4a-Ausgang.

Damit positioniert sich die Radeon R9 Fury X in direkter Konkurrenz zur NVIDIAsGeForce GTX 980 Ti und hat dafür einige Neuerungen in petto.

 

Zunächst wollen wir die technischen Fakten betrachten:

Die Basis stellt der Fiji-XT-Grafikchip im Vollausbau, der im 28nm-Verfahren hergestellt wird und mit 1050 MHz getaktet ist. Er verfügt über 4096 Shadereinheiten, 256 TMUs (Texture Mapping Units) und 64 ROPs (Raster Operation Units).

Quelle: AMD

 

Die wirklich große und innovative Neuerung ist jedoch der HBM-Speicher (High Bandwidth Memory), der einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem bisherigen GDDR5-Standard bringen soll. Zusammen mit dem Speicherhersteller Hynix wurde dieser Speichertyp in den letzten Jahren entwickelt und kommt auf der Fury X das erste Mal zum Einsatz. Dahinter steckte die Überlegung, dass Games immer speicherhungriger werden und herkömmliche Speicher-Chips stetig mehr Platz einnehmen und höhere Taktraten bieten müssen, um ausreichende Bandbreite zu bieten. Um diese Engstelle zu umgehen, wurde der Aufbau des Grafikspeichers mit HBM grundsätzlich neu gedacht.

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Quelle: AMD

Ähnlich wie bei Samsungs 3D NAND-Speicher (siehe hier) werden im HBM die Speicherchips vertikal statt horizontal angeordnet. Die gestapelten Speicherchips liegen auf einer Verbindungsplatte („Imposer“) direkt neben der GPU und ermöglichen so einen extrem schnellen Austausch von hohen Datenmengen. Durch die größere Anzahl an Verbindungen zur GPU und kürzere Wege wird nicht nur die Bandbreite erhöht, sondern auch der Strombedarf sinkt signifikant. AMD spricht von 60% mehr Bandbreite, dreifach höhere Performance/Watt und 94% weniger Platzbedarf im Vergleich zum herkömmlichen GDDR5,-Speicher.

Quelle: AMD

Der HBM-Speicher weist eine nominell sehr geringe Taktung von nur 500 MHz auf. Das relativiert sich aber schnell, wenn man das Speicherinterface betrachtet: Mit 4096 Bit liegt es nämlich beim Achtfachen des bisherigen Maximums einer R9 390X! Damit werden sagenhafte 512 GB/s Bandbreite erreicht und die liegt somit deutlich über den 336,5 GB/s einer GTX 980 Ti.

Eine weitere Besonderheit der Fury X ist ihre Wasserkühlung. Dabei setzt AMD auf ein besonders leises Design für das Kraftpaket: Der Kühlköper mit 120mm-Lüfter ist von der eigentlichen Grafikkarte abgekoppelt und kann frei im Gehäuse platziert werden.
Vor allem der sehr leise Betrieb von nur 1,5 Sone unter Volllast weiß zu überzeugen. So ruhig arbeitet sonst keine Grafikkarte in dieser Leistungsklasse.

Der Stromverbrauch der Fury X zeigt sich auch nicht so hungrig, wie es anhand der technischen Daten zu vermuten wäre. Im Idle-Modus liegt sie bei 113 Watt und zieht bei voller Belastung ca. 400 Watt aus dem Netzteil.

 

 

In den im Netz verfügbaren Benchmarks zeigt sich, dass die Fury X ihren Anspruch, der GTX 980 Ti Konkurrenz zu machen, voll erfüllt. Liegt sie bei Full HD und WQHD-Auflösungen meist nur ganz knapp hinter dem Spitzenmodell von NVIDIA, so kann sie im hochauflösenden UltraHD-Format ihre Stärken voll ausspielen.

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Quelle: AMD

Die Fury X richtet sich also vor allem an Gaming-Enthusiasten, die in Ultra HD spielen wollen und mit dem AMD Flaggschiff in diesem Bereich auch zukunftssicher aufgestellt sind. Durch die neue HBM-Technologie ist zudem ein deutlich kleineres Design möglich und mit nur 20 cm Länge passt dieses High-End-Stück auch in kompaktere PC-Gehäuse.

 

In unserem Shop finden Sie Gaming-Systeme, die mit der AMD Radeon R9 Fury X ausgestattet sind und für Ultra HD-Gaming genau die richtige Performance liefern.

CSL Sprint X5854 (Octa) mit AMD FX-Series FX-8370 CPU (8× 4000 MHz)

CSL Speed X4878 (Core i7) mit Intel® Core™ i7-6700K CPU (4× 4000 MHz)

Selbstverständlich können Sie die Radeon R9 Fury X auch als Grafikkarten-Aufrüstung zu jedem anderen PC dazubestellen.

DirectX 12-Gaming: Das volle Potential der MultiCore-Prozessoren

 

Das neue Windows 10 ist seit dem 29.07. auf dem Markt und mit ihm die heiß erwartete neue DirectX 12-Schnittstelle. Die Vorgängerversion DirectX 11 wurde bereits mit Windows 7 eingeführt und bekam unter Windows 8.1 ein Upgrade auf DirectX 11.2. Mit DirectX 12 ist jetzt eine neue Version verfügbar, die einen tiefergehenden Zugriff auf die Hardware erlaubt und so MultiCore-CPUs und Grafikkarten effizienter nutzen kann und deutlich mehr Leistung aus vorhandener Hardware herausholen soll.

Wie funktioniert DirectX?

DirectX ist eine API (Application Programming Interface), die genau genommen aus mehreren Software-Schnittstellen wie  DirectDraw, Direct3D, DirectSound, u.a.  besteht. Sie dient als Übersetzer der Software-Befehle eines Spiels für die jeweilige Hardware. Das ermöglicht es, für ein breites Spektrum an Hardware zu programmieren, denn nicht jede Grafikkarte spricht „die gleiche Sprache“.

Bislang nahm dieses Übersetzen der Befehle einen erheblichen Anteil der Rechenleistung des Prozessors in Beschlag. Rechenleistung die damit nicht zur Berechnung des Spiels zur Verfügung steht – man spricht in diesem Fall vom sogenannten „Overhead“. Auch die fehlende Parallelisierung von DirectX 11 wirkte leistungsmindernd. „Draw calls“, Zeichenbefehle der CPU an die Grafikkarte zu Farbe, Positionierung und Position eines Objekts, wurden nacheinander hauptsächlich von einem CPU-Kern bearbeitet. Dadurch wurde der Prozessor zur Engstelle, denn die Grafikkarte kann theoretisch deutlich mehr verarbeiten als die CPU in Auftrag gibt.

DirectX 12 – MultiCore-optimiert

Durch DirectX 12 werden diese Performance-Hindernisse minimiert. Die neue Schnittstelle ist eine sogenannte „Low Level API“ und ermöglicht einen tiefergehenden Zugriff auf die Hardware. Während unter DirectX 11 noch der jeweilige Grafikkarten-Treiber für die Einteilung der abzuarbeitenden Befehle zuständig war, können unter DirectX 12 die Entwickler festlegen, wann was berechnet werden soll und dieses auch auf mehrere CPU-Kerne verteilen. Dadurch wird der „Overhead“ reduziert und die Anzahl der möglichen „draw calls“ steigt deutlich. DirectX 12 bietet damit erstmals eine MultiCore-optimierte Schnittstelle, die das Potential der großen Mehrkern-Prozessoren auch wirklich ausschöpfen kann.

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In der Praxis bedeutet das, dass für die Gaming-Performance unter DirectX 12 nicht mehr nur die maximale Rechenleistung der jeweiligen CPU-Kerne (oder vielmehr des einen CPU-Kerns) ausschlaggebend ist, sondern die Anzahl der Prozessorkerne zum entscheidenden Kriterium wird.

 

Mehr Gaming-Power unter Windows 10

Auch wenn, wie bereits oben erwähnt, alle DirectX 12-Spiele noch in der Entwicklungsphase sind, sind die Vorteile von DirectX 12 schon bei DirectX 11-Spielen unter Windows 10 spürbar.

Um die verbesserte MultiCore-Unterstützung zu testen, haben wir mit unseren AMD Achtkern Gaming-PC CSL Sprint X5855(Octa)  Battlefield 4 sowohl unter Windows 10 Home  als auch unter Windows 8.1 angespielt.

Getestet wurde in Full HD 1080p mit Detailstufe Hoch. Die Konfiguration des Systems ist wie folgt:

Prozessor: AMD FX-Series FX-8320 Prozessor,  8x 3500 MHz
Arbeitsspeicher: 8 GB DDR3-RAM, Kingston, 1600 MHz
Grafikkarte: ASUS GTX750TI-PH-2GD5, 2 GB GDDR5
Mainboard: ASUS M5A78L/USB3
Betriebssystem: Windows 10 Home, 64 Bit

 

Dabei zeigte sich, dass unter Windows 10 eine durchschnittlich 10% höhere Framerate erreicht wird und die Maximalwerte sogar 15% höher liegen.

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Fazit

Zwar ist bisher noch kein Spiel mit DirectX 12-Unterstützung auf dem Markt, aber die im Netz kursierenden Benchmarks versprechen eine deutliche Performancesteigerung und endlich wird auch das Rechenpotentials aktueller Mehrkern-Prozessoren ausgeschöpft.

Von dem verbesserten Multitasking, das DirectX 12 bietet, dürften vor allem die AMD MultiCore-Prozessoren profitieren, deren Potential im Gaming-Bereich bisher nur unzureichend genutzt wurde.

Gerade hinsichtlich des Preisniveaus der AMD OctaCore-CPUs werden diese im Zuge der Einführung von DirectX 12-Spielen vermehrt in den Fokus anspruchsvoller und preisbewusster Gamer rücken!