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Infos und Hintergründe zu aktueller PC-Technik

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Windows 10

windows_10_500pxPreview Build 9926 / Januar 2015

Kürzlich hat Microsoft zu einem Presse-Event geladen, um die Neuigkeiten im Entwicklungsprozess von Windows 10 bekannt zu geben und das nächste große Preview-Update vorzustellen. Zu den bekannten Gesichtern der letzten Präsentation dieser Art gesellten sich dieses Mal weitere Microsoft-Manager, um die Arbeit ihrer Entwicklungsteams vorzustellen und auch CEO Satya Nadella gab sich die Ehre und erklärte das neue Windows-Geschäftsmodell, die Wichtigkeit der Ausrichtung auf mobile Märkte und die Fokussierung auf das Nutzer-Erlebnis als zentrale Antriebsfeder Microsofts bei der Entwicklung von Windows.

„We want to make Windows 10 the most loved release of Windows“ sagte Nadella und gab damit durchaus hoch gesteckte Ziele preis.

Den ersten Paukenschlag gab es allerdings schon direkt zu Beginn der Veranstaltung von Windows-Chef Terry Myerson: Microsoft wird innerhalb des ersten Jahres nach dem Erscheinen von Windows 10 kostenlose Upgrades auf das neue Betriebssystem für die Nutzer von Windows 8.1, Windows Phone 8.1 und Windows 7 anbieten.

Quelle: Microsoft

Windows-Chef Terry Myerson verkündet kostenlose Upgrades.

Damit hatten vermutlich nur wenige gerechnet. Zwar kursieren schon seit Monaten Gerüchte, dass die neue Version für Windows 8.1 Nutzer kostenlos sein könnte, aber dass auch alle Windows 7 Nutzer innerhalb des ersten Jahres kostenlos upgraden dürfen, ist ein doch überraschend konsequenter Schritt in der laufenden Neuausrichtung von Microsofts Windows-Strategie. Diese sieht vor, Windows zukünftig wie eine Art „Ladengeschäft“ Microsofts zu sehen, in dem mit Diensten und Produkten Geld verdient wird.

 

Windows as a service

Mit Windows 10 soll ein neues Kapitel begonnen werden, dementsprechend wird es die letzte Windows-Version sein, die nach dem klassischen Muster veröffentlicht wird.

Zukünftig soll Windows eine einheitliche Plattform für alle Arten von Geräten sein, von Smartphones über Tablets, PCs und Fernseher bis hin zum Internet der Dinge. Egal welches Display das Gerät hat oder ob es überhaupt eines hat. Auf allen wird künftig ein und dasselbe Windows betrieben werden können.

Außerdem wird es nicht mehr alle paar Jahre eine komplett neue Windows-Version geben, sondern Windows 10 wird ein System sein, das kontinuierlich weiterentwickelt und über die Windows Updates mit neuen Funktion und Verbesserungen versorgt werden wird.

Dies wird dadurch gewährleistet, dass jedem Gerät auf dem Windows 10 einmalig aktiviert wurde, kostenlose Updates für die gesamte Lebensdauer des Gerätes angeboten werden. Wie z.B. bei Online-Anwendungen soll sich die Frage nach der verwendeten Version nicht mehr stellen, weil alle Windows-Nutzer immer die aktuellste Version auf all ihren Geräten haben.

Microsoft nennt das: „Windows as a service“.

Dementsprechend könne man, laut Myerson, davon ausgehen, mit Windows 10 in den nächsten Jahren einen der größten Internetservices der Welt etablieren zu können.

Der gesamte Presse-Event kann hier noch einmal angesehen werden: http://news.microsoft.com/windows10story/

 

Windows 10 ausprobiert

Seit einigen Tagen steht die neueste Vorabversion von Windows 10 mit der Build-Nr. 9926 zum Download auf der Webseite des Windows Insider Programs (https://insider.windows.com/) als 3,94 GB große ISO-Datei zur Verfügung. Anders als bei der ersten Preview kann nun auch schon aus 21 verschiedenen Sprachen für Windows 10 gewählt werden.

Wer bereits eine Preview von Windows 10 nutzt und als Windows Insider registriert ist, kann die neueste Version aber auch direkt in Windows 10 herunterladen und installieren. Die entsprechende Funktion befindet sich in den „Windows Update Settings“ im Bereich „Preview-Builds“.

Je nachdem welchen der beiden Bezugswege man nutzt, stehen unterschiedliche Optionen für die Installation von Windows 10 zur Verfügung. Während der Weg über die Update Settings nur eine Aktualisierung der bestehenden Preview ermöglicht, kann beim ISO-Download wie gewohnt ausgewählt werden, ob eine Aktualisierung oder ein Clean-Install durchgeführt werden soll. Beide Wege funktionieren einwandfrei und laufen innerhalb der erwarteten Zeit ab.

Wie üblich kennzeichnet Microsoft neue Versionen mit frischem Bildmaterial für Sperrbildschirm und Desktop – so auch hier: Der Build 9926 begrüßt mit einem Fluss im Urwald und schneebedeckten Berggipfeln. Aber das sei nur am Rande erwähnt, denn eigentlich soll es hier nur um neue Funktionen bzw. Weiterentwicklungen der Bestehenden gehen.

Quelle: Microsoft

Desktop mit neuem Startmenü

Auf den ersten Blick fällt auf dem Desktop die geänderte Taskleiste auf. Zwischen Start-Button und Task-Icons befindet sich nun das Feld für die Suchfunktion, das in der letzten Preview noch im Startmenü platziert war. Das Feld ist mit der Aufforderung „Ask me anything“ und einem Mikrofon-Icon versehen. Der Grund für den Umzug an diese prominente Stelle und die neue Aufmachung dürfte ein neues Feature sein, auf das ich später noch ausführlich zurückkomme.

Ein Klick auf den Start-Button offenbart weitere Änderungen, denn am Startmenü ist noch einmal ordentlich Hand angelegt worden. Sah es in den letzten Previews noch aus, wie ein Windows 7 Startmenü mit Kacheln, nimmt es nun langsam aber sicher die Gestalt eines eigenen Windows 10 Startmenüs an. Die Position und das Aussehen der Bedienelemente wurden noch einmal angepasst, die Suchfunktion ist, wie gesagt, umgezogen und es gibt einen neuen Vollbild-Button, der das Startmenü in eine Startseite verwandelt. Die linke Spalte des Startmenüs teilt sich in die Bereiche „Orte“ und „Häufig genutzt“ und bietet zudem eine „Alle Programme“-Schaltfläche. Wird diese geklickt, zeigt die linke Spalte eine scrollbare, alphabetische Auflistung aller installierten Programme. In der rechten Spalte des Startmenüs besteht weiterhin die Möglichkeit Kacheln, auch Live-Kacheln zu platzieren. Hierfür steht sogar mehr Platz zur Verfügung, denn dieser Bereich ist nun vertikal scrollbar.

Der Continuum-Mode ist mittlerweile vollständig integriert. Dieser sorgt dafür, dass Windows 10 im laufenden Betrieb zwischen den Bedienkonzepten Touch und Desktop (Tastatur/Maus) hin und her wechseln kann. Wird beispielsweise bei einem Convertible die Tastatur abgedockt, um es als Tablet-PC nutzen zu können, erkennt Windows 10 das Abdocken und fragt ob der Modus geändert werden soll. Bestätigt der Nutzer dies, verwandelt sich das Startmenü in eine Startseite und alle Windows-Fenster werden zu Vollbild-Apps. Natürlich kann die Modus-Änderung auch manuell ausgelöst werden, so dass auch im Tablet-Modus die Desktop-Variante genutzt werden kann, wenn man denn möchte.

Die bereits aus früheren Preview-Versionen bekannten Notifications wurden weiter entwickelt und bilden nun ein Action-Center, das in Windows 10 die Charms ersetzen soll. Hinzugekommen sind in diesem Schritt diverse Buttons im unteren Bereich, die sogenannten Quick-Actions, die einen ähnlich schnellen Zugriff auf verschiedene Funktionen bieten, wie die Charms.

Die Notifications des Systems oder von Apps können nun aufgeklappt und mit Buttons und Rich-Media Inhalten ausgestattet werden, so dass der Nutzer direkt aus dem Action-Center mit den jeweiligen Apps interagieren kann.

Des Weiteren gibt es zahlreiche optische und strukturelle Änderungen an verschiedensten Bereichen, zum Teil aus zwischenzeitlichen Updates der Preview, zu sehen. So wurde z.B. das Design der Taskleiste selbst überarbeitet, Fensterrahmen und –icons sowie Schattierungen und Animationen weiterentwickelt oder auch ein kompletter Bereich, wie die PC-Einstellungen, neu gestaltet und strukturiert. Einen Überblick über einige Detailverbesserungen bietet die Bildergalerie am Ende des Artikels.

 

Universal Apps

Im Zuge der Schaffung einer einheitlichen Plattform für alle Arten von Geräten, auf denen dasselbe System läuft, führt Microsoft Universal Apps in Windows ein. Das heißt nichts anderes, als dass ein und dasselbe Programm auf jedem möglichen Gerät läuft – und hier ist tatsächlich der Quellcode gemeint.

Das ist auf der einen Seite schön für die Entwickler, die ihre Software sehr viel schneller für verschiedene Geräte zur Verfügung stellen und somit im Prinzip auch kostengünstiger anbieten könnten. Der Ansatz bietet aber auch Nutzern sehr interessante Möglichkeiten. Musik, Fotos, Filme, Spiele und vieles mehr lassen sich z.B. ganz einfach quer durch alle Geräte nutzen, mit Daten versorgen und untereinander synchronisieren.

Ein erstes Programm-Paket, das diesem Ansatz folgt, werden die Office Universal Apps für Windows 10 sein. Hierfür wurden die Office Anwendungen mit einem Blick auf Touch-first komplett neu gestaltet und sollen sowohl auf einem Smartphone als auch auf einem Tablet und einem PC jeweils einen identischen Funktionsumfang und ein identisch hohes Nutzer-Erlebnis bieten.

 

Cortana

Thema zahlreicher Gerüchte war es bereits, nun ist es offiziell: Der vom Windows Phone bekannte digitale Assistent Cortana wird integraler Bestandteil von Windows 10 und wird in allen Geräteklassen zur Verfügung stehen. Somit macht auch das eingangs erwähnte neue Suchfeld mit der Aufforderung „Ask me anything“ mehr Sinn, denn die ist wirklich wörtlich gemeint.

Da die Integration von Cortana noch nicht abgeschlossen ist, funktioniert es aktuell nur bedingt und auch nur dann, wenn „English U.S.“ als Primärsprache eingestellt und die Region auf „United States“ gesetzt ist. Interessierte Nutzer können beide Einstellungen unter „Settings“ -> „Datum und Uhrzeit“ -> „Region und Sprache“ vornehmen.

Quelle: Microsoft

Integration von Cortana.

Cortana soll mehr sein als ein einfacher Spracheingabe-Assistent. Microsoft hat das Ziel, Cortana als universellen persönlichen Assistenten an verschiedensten Stellen des Systems zu verankern. Dazu lernt Cortana möglichst viel über den Nutzer, seine Vorlieben und Interessen, um möglichst schnell relevante Informationen und Empfehlungen liefern zu können. Die Kommunikation mit Cortana soll hierbei ganz einfach über natürlich gesprochene Sprache geschehen, kann aber auch über die Tastatur vorgenommen werden.

Natürlich wird hier auch der Datenschutz nicht außer Acht gelassen. Sämtliche Informationen, die Cortana über den Benutzer speichert, werden in einem Notizbuch abgelegt, das jederzeit vom Nutzer eingesehen oder bearbeitet werden kann. Ist das einem Nutzer suspekt, kann er sowohl Cortana insgesamt als auch nur die Notizbuch-Funktion abschalten.

 

Project Spartan

Hinter diesem Codenamen verbirgt sich ein neuer Internetbrowser, den Microsoft zurzeit entwickelt und der neben dem Internet Explorer in Windows 10 zur Verfügung stehen wird. Dieser basiert auf einer komplett neue Render-Engine „EdgeHTML“, kann aber auch die alte Render-Engine des IE verwenden (gleiches wird wohl auch für den IE 11 geplant). Der Plan dahinter ist, die neue schnelle Engine für alle modernen Websites einzusetzen und die alte aus Kompatibilitätsgründen am Leben zu erhalten.

Weiter wird Project Spartan, ein finaler Name existiert bislang nicht, eng mit Cortana und dem Office Paket verzahnt werden.

So wird Cortana bei Suchanfragen versuchen, die Absicht des Nutzers vorherzusehen und dazu passende Antworten direkt unterhalb des Eingabefeldes anzuzeigen. Das könnte beispielsweise so aussehen, dass der Nutzer „Wetter“ als Suchbegriff in die Adresszeile des Browsers eingibt und während Google oder Bing Webseiten empfehlen, soll Cortana direkt aktuelle Wetterdaten zum gewünschten Standort unterhalb der Adresszeile anzeigen.

Es wird aber z.B. auch möglich sein, Kommentare und Anmerkungen direkt auf eine angezeigte Webseite zu schreiben, um diese dann als Snapshot mit einem Klick in OneNote oder Word zu übernehmen. Außerdem wird diese Snapshot-Technik dazu dienen, eine verbesserte Leseliste zum Offline-Lesen von ausgewählten Webseiten zu befüllen.

 

Xbox in Windows

Ja, auch die Xbox wird zukünftig zu den Windows 10-Geräten gehören. Wer jetzt aber denkt, es ginge hierbei lediglich darum, ein paar bunte Kacheln in der Xbox-Oberfläche zu platzieren, der irrt gewaltig. Microsoft hat große Pläne für die Verbindung der beiden Gamer-Welten Konsole und PC. So wird es künftig, unabhängig vom verwendeten Windows-Gerät, möglich sein, auf seine Xbox Live Kontakte zuzugreifen und mit Ihnen sowohl Video- als auch Text-Chats zu starten. Außerdem können über diese Verknüpfung Erfolge und Gameplay-Videos geteilt werden.

Quelle: Microsoft

Xbox Home auf dem PC.

Damit die Spieler auch genug epische Spielmomente im Video festhalten und teilen können, wird es mit Windows DVR ein neues Tool geben, dass die Aufnahme von Gameplay Videos in HD und mit hohen Framerates ermöglicht.

Den größten Knalleffekt dürften jedoch beiden folgenden Ankündigungen haben: Mit Windows 10 wird es erstmals möglich sein, dass Spieler von Konsolen, in diesem Fall nur der Xbox, und PC auf denselben Servern dieselben Spiele gemeinsam oder gegeneinander spielen können. Und Spiele-Enthusiasten, die sowohl PC als auch Xbox ihr Eigen nennen, werden mit Windows 10 ihre Xbox-Spiele auf ihren PC streamen und von dort aus nutzen können.

 

One more thing

Als letzte Präsentation hat Microsoft noch eine Neuentwicklung für Windows 10 vorgestellt, mit der wahrscheinlich niemand gerechnet hatte und die durchaus das Zeug haben könnte, eine neue Ära einzuleiten. Mit Windows 10 beginnt Holographic-Computing.

Quelle: Microsoft

HoloLens: Mit Windows 10 beginnt Holographic Computing.

Microsoft nennt die dazugehörige Technik und die benötigte Brille HoloLens und betont, dass es sich keineswegs um eine weitere Virtual- oder Augmented-Reality Brille handelt. Vielmehr sei HoloLens ein Computer-System, das dreidimensionale, hochaufgelöste Hologramme mit beeindruckenden Farb- und Kontrast-Werten in der natürlichen Umgebung des Trägers platziert und Interaktionen mit ihnen ermöglicht.

Realisiert wird diese Technik, die sich wirklich komplett in der Brille befinden soll – der Anschluss eines zusätzlichen Computers entfällt, durch den Einsatz einer zusätzlichen Recheneinheit. Neben CPU und GPU enthalten die HoloLens-Brillen eine HPU, was für Holographic Processing Unit steht und die exklusive Aufgabe hat, die Umgebung des Trägers zu scannen, seine Körperhaltung zu analysieren und Gesten zu verstehen.

Während der Präsentation von HoloLens, wurde auch eine dazugehörige Software namens HoloStudio mit einer Live-Demo (https://www.youtube.com/watch?v=RCCXZ8ErVag) vorgestellt, in der im freien Raum vor der Trägerin mit Hilfe von Gesten und Sprachkommandos ein Quadcopter zusammengesetzt wurde, der im Anschluss mit einem 3D-Drucker produziert wurde.

Ein API für die Produktion holografischer Apps soll mit Release von Windows 10 zur Verfügung stehen.

Leider kann diese Innovation in der Preview von Windows 10, auch mangels passender Hardware, nicht ausprobiert werden, aber es gibt zusätzlich zur Live-Demo noch ein Video, das schon einen atemberaubenden Eindruck macht.

Microsoft HoloLens – Transform your world with holograms: https://www.youtube.com/watch?v=aThCr0PsyuA

 

Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft Quelle: Microsoft

Die Bilder können durch Klicken vergrößert werden.

Kategorie: Windows 10